Widerstand und Spur – Natur, Eingriff, Zerstörung
Widerstand und Spur – Natur, Eingriff, Zerstörung
Natur ist kein idyllisches Gegenüber. Sie wächst, wuchert, bricht auf, wird überformt – von Zeit, von Kräften, von Eingriffen. Spuren entstehen dort, wo etwas auf Widerstand trifft.
In diesen Kaltnadeltagen arbeiten wir genau an dieser Grenze. Ausgangspunkt sind Naturstrukturen: Verzweigungen, Rinden, Geflechte, Erosionen. Doch es bleibt nicht beim Beobachten. Mit der Nadel greifen wir ein – ritzen, verdichten, unterbrechen. Linien entstehen, geraten unter Druck, verlieren sich, tauchen wieder auf.
Die Kaltnadel zeigt jeden Schritt: zarteste Spur, rohe Verletzung, dichte Ballung. Nichts lässt sich zurücknehmen – jede Entscheidung bleibt sichtbar. So entwickeln sich Drucke, die nicht „abbilden“, sondern erzählen, was geschieht: Wachstum und Störung, Ordnung und Bruch, Ruhe und Eingriff.
Im konzentrierten Arbeiten entsteht eine eigene Bildsprache – direkt, körperlich, offen. Die Platte wird zum Feld von Spannung, das Papier zum Resonanzraum dieser Prozesse.
„Die Spur entsteht dort, wo etwas auf Widerstand trifft.“
Was Sie erwartet:
- Einführung und Vertiefung der Kaltnadelradierung
- Arbeiten mit organischen Strukturen und ihren Brüchen
- Linie als Spur von Wachstum, Eingriff und Veränderung
- Verdichtung, Fragmentierung und bewusste Reduktion
- Zustandsdrucke als sichtbarer Prozess
- Drucken an der Presse und individuelle Begleitung
Für Anfänger wie Fortgeschrittene: Dieser Workshop lädt dazu ein, sich auf eine unmittelbare, entschleunigte Arbeitsweise einzulassen – und den eigenen Linien zu vertrauen.
Arbeiten Sie in inspirierender Atelieratmosphäre und entdecken Sie die Kraft einer Technik, die nichts glättet, sondern alles sichtbar macht.